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Hirtenbergers elektronisches Richtmittel ELAD erhält Freigabe zur Serienproduktion für die Schweiz

28.05.2021

Hirtenberger Defence und die Schweizer Rüstungsagentur armasuisse sind dem Einsatz des elektronischen Richtmittels ELAD (ELectronic Aiming Device) in der Schweizer Armee einen großen Schritt näher gekommen, so eine heute verschickte Mitteilung des österreichischen Mörserherstellers.

Der Mitteilung zufolge wurden in der neunten Kalenderwoche 2021 erfolgreiche Funktionstests des Systems erfolgreich durchgeführt, dabei wurde das ELAD auf seine Funktionalität, Genauigkeit und Handhabung getestet. Alle Tests waren erfolgreich, das Systemdesign erwies sich als funktionsfähig und einsatzbereit, so das Unternehmen.

„Die Schusstests waren rundum erfolgreich und das System ist nun bereit für die Serienproduktion und Auslieferung an die Schweizer Armee“, schreibt Hirtenberger in der Mitteilung.

Bereits im Rahmen des Rüstungsprogramms 2019 hat die Schweizer Armee (VBS) insgesamt 300 81-mm-Mörser von EXPAL einschließlich Munition (von Saab Bofors Dynamics Switzerland) geordert. Auch diese Systeme sollen im Zeitraum 2021-2023 der Truppe zugeführt werden. Diese werden offenbar mit dem ELAD ausgerüstet werden.

Die VBS werden somit weltweit die ersten Streitkräfte sein, die solch ein System für einen 81-mm-Mörser einführen. Das Einrichten und Richten (Zielen) von Zweibeinmörsern kann mittels dieses Systems unabhängig von Richtkreisen bzw. Periskopen und auch ohne Verbindungen zu Global Navigation Satellite Systemen (GNSS) durchgeführt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass das ELAD-System seine Tauglichkeit unter realen Schießbedingungen unter Beweis gestellt hat“, wird Carsten Barth, Geschäftsführer Hirtenberger Defence Europe zitiert, „wir können nun in die Serienproduktion gehen, um sicherzustellen, dass das ELAD-System so schnell wie möglich an die armasuisse ausgeliefert werden kann. Wir sind sehr stolz darauf, die Schweizer Armee bei der Digitalisierung ihrer Mörsersysteme zu unterstützen.“

ELAD / MDAS

Das ELAD, durch Hirtenberger international unter der Bezeichnung Mortar Digital Aiming Solution (MDAS) vermarktet, ist ein digitales Richtmittel für 81-mm-Mörser, welches erstmalig im März 2020 öffentlich im Rahmen der Mortar Systems Conference (Bristol, UK vom 10. bis 11. März 2020) vorgestellt wurde.

Die Mortar Digital Aiming Solution wiegt weniger als sieben Kilogramm und besteht aus zwei Hardwarekomponenten, die je nach Ausprägung entweder mittels Kabelverbindung oder kabellos kommunizieren und in einer Transportbox geschützt transportiert werden können. Die zwei Systemkomponenten sind:

Ein navigationssystemunabhängiges, gyroskopbasiertes Sensorpaket samt Batterieeinheit (im Bild als schwarzer Kasten am Mörserrohr erkennbar), welches mittels einer Rohrschelle an jeglichen im Einsatz befindlichen 81er Mörsersystemen befestigt werden kann. Das System ist schockresistent, sodass es auch beim Feuern mit maximaler Ladung oder beim Stellungswechsel nicht vom Rohr abgenommen werden muss. Die Batterieladung ist ausreichend, um einen Dauerbetrieb der MDAS von über sechs Stunden zu gewährleisten.

Ein Display, welches an Stelle eines Periskops am Mörser befestigt wird und die Ausrichtung der Waffenanlage anzeigt.

Mit diesen Komponenten allein ermöglicht MDAS ein digitales und unabhängiges Richten. Daneben kann das System in ein Feuerleitsystem eingebunden werden. Für diese Nutzung wird dann ein Feuerleitrechner (Laptop oder Smart Device) mit aufgespielter Feuerleitsoftware benötigt. Rechner und Software können durch den Nutzer herstellerunabhängig frei gewählt werden.

Alle für die Feuerleitung benötigten Daten (Zielmeldungen, Stellungsdaten etc.) können entweder automatisch aus einem Navigationssystem übernommen oder manuell über den Rechner in die MDAS eingegeben werden. In diesem Verbund ermöglicht MDAS die Einbindung der Mörserwaffe im digitalen Raum.

Nutzervorteile

  • Das MDAS funktioniert waffensystemunabhängig und kann somit als Retrofit im Einsatz befindliche Mörsersysteme kampfwertsteigern und in die genutzten Battle-Management-Systeme der Streitkräfte integrieren. Dies erleichtert sowohl die Führung als auch den Einsatz der Systeme.
  • Weiterhin ermöglicht die Digitalisierung eine deutliche schnellere Übermittlung der Zieldaten als mittels Sprechfunk. Je nach Stabilität der Datenverbindung werden auch Übertragungsfehler (falsches Verstehen) eliminiert. Dies ermöglicht eine schnellere Wirkung im Ziel.
  • MDAS entlastet den Trupp. Dies gilt sowohl für Qualität als auch Quantität der Aufgaben. Das Einrichten der Waffenanlagen kann kräfteschonender erfolgen und der Richtstäbe setzende Munitionsschütze muss sich nicht im Vorfeld exponieren. Das Richten mittels digitalem Display ist einfacher zu erlernen und auch in Stresssituationen (Gefecht) einfacher durchzuführen als dies mittels Richtstäben/Kollimator und Periskop der Fall ist. Dies führt dazu, dass die Ausbildung einfacher und schneller erfolgen und die für das Feuern benötigte Truppstärke geringer ausfallen kann. Das freigewordene Personal, welches für den gefechtsmäßigen Transport der Waffenanlage weiterhin notwendig bleibt, kann so für zusätzliche Sicherungsaufgaben genutzt werden.
  • Die Möglichkeit der navigationssystemunabhängigen Nutzung der MDAS erlaubt den Einsatz auch in einem durch elektronischen Kampf bestimmten Szenario.
  • MDAS erlaubt es, den Mörser, wo notwendig und zweckmäßig, weiterhin in altbewährter Manier mit Periskop und Richtstäben einzusetzen.

© Copyright Mittler Report Verlag / Waldemar Geiger

ELAD besteht First Article Acceptance Test für armasuisse

28.05.2021, Schweiz

Hirtenberger Defence und armasuisse sind dem Einsatz des ELAD (ELectronic Aiming Device) Systems einen großen Schritt nähergekommen. Beim First Article Acceptance Test in Hirtenberg in der neunten Kalenderwoche wurde das System von Hirtenberger Defence und armasuisse in Österreich auf seine Funktionalität, Genauigkeit und Handhabung hin überprüft. Alle Tests waren erfolgreich, das Systemdesign erwies sich als funktionsfähig und einsatzbereit.

Das Live Firing mit dem ELAD System auf einem 81 mm Mörser von Hirtenberger zeigte die Fähigkeit und Bereitschaft, auch die volle Funktionalität, Genauigkeit und Handhabung der Waffe durchzuführen. Die Schusstests waren vollständig erfolgreich und das System ist nun bereit für die Serienproduktion und Auslieferung an die Schweizer Armee.

„Wir freuen uns sehr, dass das ELAD-System seine Fähigkeit unter Live-Schussbedingungen unter Beweis gestellt hat“, sagt Carsten Barth, CEO HDE, „wir können nun in die Serienproduktion gehen, um sicherzustellen, dass wir das ELAD-System so schnell wie möglich an die armasuisse ausliefern können. Wir sind sehr stolz darauf, die Schweizer Armee bei der Digitalisierung ihrer Mörsersysteme zu unterstützen.“

Live-Schuss ELAD auf Hirtenberger 81mm Mörser in Österreich im März 2021 (Foto: Hirtenberger)

ELAD (ELectronic Aiming Device) ist ein elektronisches Zielgerät zum Aufstellen und Ausrichten einer Mörserwaffe. Es unterstützt und vereinfacht den Rüstvorgang der Waffen und ersetzt die herkömmlichen Komponenten wie Zielkreis, Zieloptik (Periskop), Zielstangen und Ziellinienprüfer/Kollimator. ELAD verkürzt die Zeit vom Einfahren in die Schussposition bis zur Abgabe des ersten Schusses erheblich. Das zeitaufwändige Einrichten des Mörsers entfällt, während gleichzeitig die Präzision und die Ersttrefferwahrscheinlichkeit erhöht werden. Das integrierte Display zeigt dem Mörserbediener die notwendigen Daten an, ohne dass es zu Einschränkungen bei der Waffenbedienung kommt. Insbesondere das vorgestellte Verfahren zur Feuerleitung wird durch die Einführung von ELAD ermöglicht.

Zudem ermöglicht eine Vielzahl von Datenschnittstellen (Bluetooth, Kabel, etc.) die Integration in zukünftige oder bestehende Gefechtsfeldmanagement- und Feuerleitsysteme der Schweiz. Mit ELAD können neue und etablierte Waffensysteme in den digitalen Gefechtsraum integriert werden. ELAD hat geringere Anforderungen an Ausbildung und Personal. Es ist unter verschiedensten Bedingungen einsetzbar, kann ohne GPS arbeiten und lässt sich leicht in die bestehende Logistik integrieren.

ELAD wähtend des Acceptance Test.

Hirtenberger Defence Europe passes First Article Acceptance Test for ELAD with armasuisse

22nd March 2021, Hirtenberg

Hirtenberger Defence and armasuisse made a large step forward to field the ELAD (ELectronic Aiming Device) System.

At the First Article Acceptance Test in Hirtenberg in calendar week nine, a full test of functionality, accuracy and handling of the system was conducted in Austria by Hirtenberger Defence and armasuisse.

All test where successful, the system design proofed to be functional and ready for use.

Live firing with the ELAD system on an 81mm mortar of Hirtenberger proofed the capability and readiness also to perform full functionality, accuracy and handling of the weapon. The firing tests where completely successful and the system is now ready for serial production and delivery to the Swiss Army.

“We are very happy to see, that the ELAD system proofs its capability under live firing conditions.” says Carsten Barth, CEO HDE, “we can now move into serial production, to make sure that we deliver as soon as we can the ELAD system to armasuisse. We are very proud to help the Swiss Army to digitize their mortar systems.”

ELAD (ELectronic Aiming Device) is an electronic aiming device for setting up and aligning a mortar weapon. It supports and simplifies the setup process of the weapons and replaces the conventional components such as the aiming circle, target optics (periscope), aiming rods, and target line checker/collimator. ELAD significantly reduces the time from moving into the firing position to firing the first shot. The time-consuming setting up of the mortar is no longer necessary, while the precision and first hit probability are increased at the same time. The integrated display indicates to the mortar operator the necessary data, without any restrictions in terms of weapon operation. In particular, the introduced method for fire control is made possible by introducing ELAD.

Also, a large number of data interfaces (Bluetooth, cables, etc.) enables integration into future or existing battlefield management and fire control systems for Switzerland. ELAD can be used to integrate new and established weapon systems into the digital battle space. ELAD has fewer training and personnel requirements. It can be used under a wide variety of conditions, can work without GPS, and can be easily be integrated into existing logistics.

Attached photos: Live firing ELAD on Hirtenberger 81mm Mortar in Austria in March 2021

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Email: media.hde@hirtenberger.com

Hirtenberger Defence Europe contracted to deliver new 81mm Mortars and Ammunition to the Dutch Forces

1st March 2021, Hirtenberg

The Royal Durch Army and the Marine Corps will receive new 81mm Mortars and a full range of ammunition, to be deliverd by Hirtenberger Defence Europe GmbH (HDE).

The contract includes 122 81mm Mortars with sights and the full suit of ammunition, including High Explosive (HE), Illumination visible (ILL VIS) as well as infrared (ILL IR) and Smoke red phosphorus (SMK RP).

The contract is a framework contract who will support the life-cycle-time of the weapon and includes logistical support. The framework contract is running over 10 years can be extended another 10 years.

The contract signing ceremony on February 25th 2021 was held in t`Harde, the home of the Dutch Artillery. Commodore Dick Kreiter, representing DMO and the Dutch Forces, HDE`s CEO Carsten Barth and CFO Eva Stein where signing the contract.

“We are very happy to deliver and serve the Dutch Armed Forces with the new 81mm System” says Carsten Barth, CEO HDE, “the Dutch Forces are a long lasting customer, who is using our 60mm system already. We will provide the Dutch Forces with the latest mortar technology and will provide support and ammunition delivery for the life-time of the weapon.”

Read more on “Army Recognition”: Defense News March 2021 Global Security army industry

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Niederlande beschaffen 81-mm-Mörser von Hirtenberger Defence

26. Februar 2021

Das niederländische Heer sowie die Marineinfanterie erhalten neue 81-mm-Mörser, wie das Verteidigungsministerium der Niederlande bekanntgegeben hat. Ein entsprechender Beschaffungsvertrag sei gestern zwischen der niederländischen Rüstungsbeschaffungsagentur DMO und der Hirtenberger Defence Europe GmbH unterzeichnet worden, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Die niederländischen Streitkräfte setzen derzeit 81-mm-Mörser aus britischer Herstellung in den Infanterieverbänden der 11. Luchtmobilen, der 43. Mechanisierten und der 13. Leichten Brigade des Heeres sowie dem Corps Mariniers als indirekte Feuerunterstützungswaffe auf Kompanieebene ein. Die neuen Mörser sollen die in die Jahre gekommen Systeme ersetzen und neben Reichweiten- auch Präzisionsvorteile mit sich bringen.

Die nun geschlossene zehnjährige Rahmenvereinbarung sieht vor, dass der österreichische Mörserspezialist in einem ersten Los insgesamt 122 Zweibeinmörser mit einem entsprechenden 81-mm-Munitionskontingent sowie notwendiger logistischer Unterstützung an die niederländischen Streitkräfte liefern soll. Im Vorfeld sollen Qualifizierungsmaßnahmen der Waffenanlagen und der Munition durchgeführt werden, welche offenbar in Kürze beginnen und gemäß Verteidigungsministerium etwa zwei Jahre dauern sollen.

Bei der Waffenanlage handelt es sich um den Hirtenberger- Zweibeinmörser M8 – 1365 mit Blastabweiser im Kaliber 81 mm mit einem Systemgewicht von 40,2 Kilogramm. Das 1,365 Meter lange Rohr erlaubt Schussreichweiten von bis zu 6,7 Kilometern (Hirtenberger HE Mk4).

Technische Daten M8 – 1365 gemäß Unternehmensbroschüre

Kaliber: 81 mm
Max. Reichweite mit Hirtenberger HE Mk4 Munition: 6.669 m
Max. Gasdruck: 100 MPa
Gesamtgewicht: 40,2 kg
Gewicht Rohr: 14,9 kg
Gewicht Zweibein: 12,8 kg
Gewicht Bodenplatte: 12,5 kg
Rohrlänge, gesamt: 1.482 mm
Rohrlänge, ballistisch: 1.365 mm
Durchmesser Bodenplatte: 547 mm

Als Munitionssorten wurden dem Vernehmen nach die Hirtenberger Sprengpatrone mit einem elektronischen Multifunktionszünder M0829 des südafrikanischen Zünderherstellers Fuchs Elektronics, die Leuchtpatrone (IR), die Leuchtpatrone (sichtbar) sowie die Nebelpatrone (roter Phosphor) jeweils mit einem elektronischen Zeitzünder M9813, ebenfalls von Fuchs, ausgewählt.

Modernisierung der niederländischen Feuerunterstützung

Der nun vergebene Auftrag ist ein weiterer Schritt zur Modernisierung der niederländischen Feuerunterstützungssysteme. In einem ersten Schritt wurde bereits zur Mitte des letzten Jahrzehnts die Modernisierung der 60-mm-Kommandomörser begonnen. Auch diesen Auftrag – Munition und Waffenanlage – konnte sich Hirtenberger sichern, S&T berichtete.

In einem weiteren Schritt sollen auch die 120-mm-Systeme durch neue und leistungsfähigere Mörser ersetzt werden. Der entsprechende Beschaffungsprozess, wie hier nachzulesen ist, wurde vor kurzem angestoßen. Der Zulauf der ersten Systeme wird seitens des niederländischen Verteidigungsministeriums für 2023 erwartet.

Im Rahmen des „Licht Indirect Vurend Systeem“ (LIVS)-Projektes sollen insgesamt 20 neue 120-mm-Mörser für die Feuereinheiten der 11. Luchtmobilen Brigade und der niederländischen Marineinfanterie sowie eine Reservefeuereinheit beschafft werden. Eine niederländische Feuereinheit besteht aus vier Rohren. Als Mindestreichweite werden 8 km gefordert. Um die Präzision sowie teilweise auch die Reichweite zu steigern, soll die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit untersucht werden, präzisionsgelenkte Munition zu beschaffen. Diese soll die Reichweite auf ca. 12 km steigern.

Die Vertragsunterzeichnung fand am 25. Februar 2021 statt.
(Foto: Hirtenberger)

© Copyright Mittler Report Verlag / Waldemar Geiger

Nieuwe 81 mm-mortieren voor landmacht en mariniers

25. Februar 2021

Report: https://www.defensie.nl/actueel/nieuws/2021/02/25/nieuwe-81-mm-mortieren-voor-landmacht-en-mariniers

Source:
Ministry of Defence
Netherlands
Nieuwsbericht | 25-02-2021 | 17:02

Interview in der Militär Aktuell mit Carsten Barth: „Wir blicken positiv in die Zukunft“

06. November 2020

2019 hat die Hirtenberger-Gruppe ihre Rüstungssparte Hirtenberger Defence an das ungarische Staatsunternehmen HDT Defence Industries verkauft. Was hat sich dadurch geändert? Welche neuen Chancen bieten sich und welche Zukunftsthemen beschäftigen das Unternehmen? Ein Gespräch mit Geschäftsführer Carsten Barth.

Herr Barth, 2019 wurde die Defence-Sparte von Hirtenberger verkauft. Inwiefern hatte dieser Eigentümerwechsel Auswirkungen auf das Tagesgeschäft?
Fast keine. Wir wurden in keine Konzernstrukturen eingegliedert, es gab keine Umstrukturierungen oder Personalwechsel, wir operieren eigenständig und eigenverantwortlich immer noch von Österreich aus und unser Geschäftsfeld ist immer noch das gleiche. Für die Zukunft erhoffen wir uns von dem Eigentümerwechsel aber natürlich positive Impulse für unsere Weiterentwicklung. Dahingehend wäre in den vergangenen Monaten bereits einiges geplant gewesen, aufgrund der Coronasituation sind wir da aber noch nicht so weit, wie wir gerne wären.

Mit dem neuen Eigentümer müssten sich doch auch auf dem ungarischen Markt Möglichkeiten ergeben, oder?
Definitiv. Wir haben dort nun ein ganz anderes Standing und natürlich hoffen wir, dass sich im Rahmen des von Ungarn massiv vorangetriebenen Modernisierungs- und Erneuerungsprogramms auch für uns Absatzchancen ergeben. Ich gehe davon aus, dass wir dort mittel- bis langfristig auch Produktions- und Fertigungsfähigkeiten aufbauen werden und ich bin zuversichtlich, dass sich durch die starke Positionierung Ungarns in der NATO auch darüber hinaus Synergien und Chancen für uns ergeben.

Wie sieht die aktuelle Auftragslage von Hirtenberger Defence aus?
Für dieses, nächstes und übernächstes Jahr sehr gut. Die Schwierigkeit liegt aktuell eher bei der Abarbeitung. Coronabedingt ist die Durchführung beispielsweise von Abnahmeschießen schwer, dadurch kommt es leider zum Teil zu ungeplanten Verzögerungen und Verschiebungen.

Die französische Beschaffungsbehörde DGA hat Hirtenberger Defence mit der Lieferung von Kommandomörsern sowie Munition im Kaliber 60 mm beauftragt.

Zuletzt konnte ihr Unternehmen einen Auftrag der französischen Streitkräfte über 120 Kommandomörser M6 C-640 Mk1 sowie 18.000 Patronen 60-mm-Munition an Land ziehen (Militär Aktuell berichtete). Welche anderen Vertragsabschlüsse gab es in den vergangenen Monaten?
Es laufen derzeit einige große Ausschreibungen, etwa in Deutschland (Anm.: Dort geht es um die geplante Beschaffung von rund 160 Mörsersystemen und 25.000 Patronen als Erstausstattung im Kaliber 60 mm), aber auch in anderen Ländern. Aus Neuseeland haben wir einen Auftrag für die kompletten 81-mm-Mörser bekommen, für die Bundeswehr bereiten wir in den kommenden Jahren die komplette 120-mm-Mörser-Munition auf, in Großbritannien liefern wir Munition und auch an das Bundesheer haben wir 120-mm-Leuchtmunition geliefert. Der spannendste Auftrag ist aber wohl der aus Frankreich, den Sie angesprochen haben.

Inwiefern?
Dort geht es nicht nur um eine Munitions- und Waffenlieferung, sondern darum, das System weiterzuentwickeln (für den M6 C-640 Mk1 soll unter anderem ein leichtes „Behelfs-Zweibein” entwickelt werden) und es zu digitalisieren inklusive Qualifikation und Einführung. Das etabliert uns dort in einer Dimension, die sehr langfristig angelegt ist.

Stichwort Digitalisierung: Inwiefern ist das bei Mörsern bereits ein Thema?
Das ist eines unserer großen Zukunftsthemen, damit erlauben wir dem Kunden schließlich die Einbindung des Mörsers in seine digitale Umgebung oder in Battlemanagement-Systeme. Außerdem steigt damit das Einsatzspektrum für Kommandomörser, weil damit auch indirekt geschossen werden kann. Mit unserer „Mortar Digital Aiming Solution” (kurz MDAS) haben wir der Schweizer Armee ein digitales Richtmittel für 81-mm-Mörser verkauft, mit dem das Einrichten und Zielen unabhängig von Richtkreisen sowie Periskopen und auch ohne GPS-Daten möglich ist. Etwas Vergleichbares gibt es von keinem anderen Anbieter und da bemerken wir auch von existierenden und neuen Kunden großes Interesse. Das Produkt ist fertig, für die gesamte Flotte unserer 81er-und 120er-Werfer verfügbar und Mitte des kommenden Jahres werden wir dann die Serienfertigung starten.

Was sind weitere Zukunftsthemen?
Im Zuge der Digitalisierung sehen wir auch im Trainings- und Simulationsbereich Möglichkeiten. Wir entwickeln dafür gerade eine eigene App, mit der wir unseren Kunden nicht nur das tägliche Üben, sondern auch die Vorbereitung auf spezielle Situationen und konkrete Einsätze erleichtern. Mit dem GRAM (Anm.: Grid Aiming Mode, digitales Richtmittel für Kommandomörser) haben wir außerdem eine Technologie entwickelt, mit deren Hilfe Kommandomörser schneller, präziser und auch indirekt zum Einsatz kommen können. Dieses elektronische Richtmittel ist auch auf älteren Systemen nachrüstbar. Ein weiteres Thema ist die Leistungssteigerung der HE-Munition …

Carsten Barth, Geschäftsführer von Hirtenberger Defence: „Der Stellenwert der Mörserei wird in Zukunft sicher steigen.“

Da geht es um mehr Sprengkraft und Leistung?
Genau. Das ist von Kundenseite gewünscht, auch aus logistischen Gründen. Wenn ich mit weniger Munitionseinsatz die gleiche Wirkung erzielen kann, werden Ressourcen für andere Themen frei. Mit unserer Confrag-Technologie haben wir diesbezüglich aber sehr gute Argumente. Immer mehr zum Thema werden zudem fahrzeuggestützte Werfer mit größerem Kaliber.

Wie die von Hirtenberger gemeinsam mit ST Engineering vertriebenen semiautomatischen 120-mm-Granatwerfer (SRAMS)?
Ja. Dänemark führt gerade ein ähnliches israelisches System auf seinen Piranha-Fahrzeugen ein, die Franzosen sind ebenfalls dabei und wir sehen auch in vielen anderen Ländern Potenzial. Der Vorteil ist, dass sich SRAMS in vorhandene – auch hochgeländegängige – Fahrzeuge einrüsten lassen und damit eine gute und kostengünstige Alternative zu selbstfahrender Artillerie darstellen.

Welche Zukunftschancen geben Sie der Mörserei generell?
Sehr große. Das indirekte Feuer wurde in den vergangenen Jahren beinahe stiefmütterlich behandelt, da besteht angesichts der aktuellen Bedrohungslage insbesondere bei NATO-Ländern, aber auch in Asien und Nordamerika großer Nachholbedarf – und zwar auf Artillerie- und auch Mörserseite. Der Stellenwert der Mörserei wird damit sicher steigen.

© Copyright Militär Aktuell / Jürgen Zacharias
Quelle: https://www.militaeraktuell.at/carsten-barth-wir-blicken-positiv-in-die-zukunft/

SOF-Fire Ballistic Calculator – Feuerleitlösung für Spezialkräfte

23. September 2020

Fire Control Solution for Special Forces - Read more

New Zealand based Hirtenberger Defence Technology Ltd. (HDT), a subsidiary of Hirtenberger Defence Europe GmbH of Austria (a company which has been in Hungarian state ownership since the end of 2019) has recently carried out further tests of the SOF-Fire Ballistic Calculator. This is a compact fire control solution developed by HDT in cooperation with the New Zealand Defence Force to support their mortar missions.

SOF-Fire Ballistic Calculator

The system combines several functions in one ruggedised handheld computer and since special forces operate in small teams, these soldiers have to perform several tasks in secondary functions that would normally be performed by specially trained soldiers. Until now, the aiming process was carried out by means of the mortar optics (C2A1), while simple firing tables were used for the ballistic calculation. SOF-Fire offers several advantages, not limited to:

  • Allowing fire from behind cover.
  • Enable accurate day / night shooting (C2A1 sight is only a day optic).
  • Get rounds on target faster (enhanced accuracy).
  • No significant increase in training time (simplified operation).

The SOF-Fire has an internal GPS, a long battery range and can be linked to a target locator / laser range finder and a KESTREL ballistic weather sensor to determine local meteorological conditions to increase accuracy.

The software has dedicated access keys for the following quick tasks:

  • HE on target
  • SMOKE on target
  • Illuminate target
  • Illumination (IR or Visible) Marker) – placing a flare on the ground as a reference point for close air support aircraft.

Corrections can be performed manually or by radio data transmission directly via the target acquisition device.

SOF-Fire Ballistic Calculator for the Infantry

Although developed to meet the needs of special forces, SOF-Fire was able to prove its utility for the infantry during a recent firing campaign in New Zealand when soldiers of the Royal New Zealand Infantry Regiment (1 RNZIR) were qualified on the New Zealand Armed Forces’ new 60 mm mortar. HDT representatives were on site to check the performance of the recently delivered mortar systems and ammunition. During the live firing training exercises, HDT representatives took the opportunity to simultaneously utilise the new SOF-Fire Ballistic Calculator and gain feedback from the soldiers.

Ian Garnett, Managing Director of HDT, was delighted with the first-hand feedback and stated his intention to implement the suggestions in the SOF-Fire as soon as possible. According to Garnett, the software is designed in such a way that modifications can be implemented very easily and thus product improvements can be realized very quickly.

© Copyright Mittler Report Verlag / André Forkert
Source: https://euro-sd.com/2020/09/news/19201/sof-fire-ballistic-calculator-trials/

Die neuseeländische Hirtenberger Defence Technology Ltd. (HDT), eine Tochter der seit Ende 2019 im ungarischen Staatsbesitz befindlichen Hirtenberger Defence Europe GmbH aus Österreich, hat jüngst weiterführende Tests des SOF-Fire Ballistic Calculator durchgeführt.

Bei dem SOF-Fire Ballistic Calculator, auf Deutsch Feuerleitrechner für Spezialkräfte, handelt es sich um eine kompakte Feuerleitlösung, die HDT gemäß speziellen Anforderungen der neuseeländischen Streitkräfte entwickelt hat. Das System kombiniert mehrere Funktionen in einem gehärteten handgehaltenen Rechner.

SOF-Fire Ballistic Calculator

Der SOF-Fire Ballistic Calculator (SOF-Fire) wurde in Zusammenarbeit mit Spezialkräften zur Unterstützung ihrer Mörser entwickelt. Da Spezialkräfte in Teams mit einem kleinen Personalansatz operieren, müssen Spezialkräftesoldaten mehrere Aufgaben in Nebenfunktion wahrnehmen, die üblicherweise durch eigens dafür ausgebildete Spezialisten wahrgenommen werden würden. Die neuseeländischen Spezialkräfte verlangten nach einem einfach zu bedienenden ballistischen Rechner, der ohne den großen Schulungsaufwand eines vollständigen Feuerleitsystems genutzt werden kann.

Bis dato erfolgte der Einsatz des SAS-Mörsers ausschließlich im direkten Richten. Der Zielvorgang erfolgte mittels des Waffenperiskops (C2A1), während für die ballistische Berechnung einfache Schießtafeln genutzt wurden. Die Nutzung des SOF-Fire Ballistic Calculator bietet nun mehrere Vorteile:

  • Schnelle Zielauffassung und Bekämpfung des Feindes aus Deckungen heraus (außerhalb der direkten Schusslinie des Feindes)
  • Effektivere Nutzung der begrenzten Munition (dank erhöhter Genauigkeit)
  • Effektive Zielbekämpfung auch bei Nacht (C2A1 ist nur eine Tagesoptik)
  • Keine signifikante Erhöhung der Ausbildungsbelastung

Der SOF-Fire verfügt über ein internes GPS, eine lange Batteriereichweite und kann mit einem Zielortungsgerät/Laserentfernungsmesser sowie einem Kestrel-Sensor (Ballistik-Wettermesser) verbunden werden, um die lokalen meteorologischen Bedingungen zu ermitteln und so die Genauigkeit zu erhöhen.

Die Software verfügt über Schnellzugriffstasten für folgende Befehle der Feuerordnung:

  • Zerschlagen mit Spreng,
  • Nebel im Ziel,
  • Einen Bereich beleuchten,
  • Ein Leuchtsignal (IR oder sichtbar) als Markierung für die Luftnahunterstützung (Close Air Support; CAS) auf den Boden platzieren.

Die Korrekturkommandos können per Hand oder Datenfunk direkt über das Zielortungsgerät, beispielsweise durch Nutzung des Haltepunktverfahrens, erfolgen.

SOF-Fire Ballistic Calculator für die Infanterie

Obwohl das System speziell für die Bedürfnisse von Spezialkräften entwickelt wurde, hat das System auch in der Infanterie eine Daseinsberechtigung. Dies konnte der SOF-Fire jüngst in Neuseeland unter Beweis stellen.

Im Rahmen einer in der 37. Kalenderwoche durchgeführten Schießkampagne der neuseeländischen Streitkräfte, bei der Soldaten des Royal New Zealand Infantry Regiment (1 RNZIR) an dem neuen 60-mm-Mörser der neuseeländischen Streitkräfte qualifiziert wurden, waren Vertreter von HDT vor Ort, um die Leistungsfähigkeit der erst kürzlich ausgelieferten Mörsersysteme und Munition zu überprüfen. Während des im scharfen Schuss durchgeführten Ausbildungsabschnitts haben die HDT-Vertreter die Gelegenheit genutzt, den neuen SOF-Fire Ballistic Calculator parallel einzusetzen und ein Feedback der Soldaten zu erhalten. Ian Garnett, Geschäftsführer von HDT, zeigte sich erfreut über das Feedback aus erster Hand und versprach, die Vorschläge schnellstmöglich in den SOF-Fire umsetzen zu wollen. Die Software ist Garnetts Angaben nach so ausgelegt, dass Modifikationen sehr einfach umgesetzt und somit Produktverbesserungen sehr schnell realisiert werden können.

Der 60-mm-Mörser ist üblicherweise ein Waffensystem, das außerhalb der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung (so auch die Absicht in der Bundeswehr) eingesetzt wird und Feuerunterstützung für die Zug- bzw. Kompanieebene liefert. Bei Nutzung des SOF-Fire Ballistic Calculator oder eines ähnlichen Systems könnte so auf eine Anbindung an separate Feuerleittrupps verzichtet werden, da der taktische Einsatz der „Zugmörser“ eh durch die zu unterstützende Infanterie bestimmt wird.

Einfache Modernisierungslösungen, große Wirkung – Digitalisierungslösungen für Mörser

07. September 2020

Simple Modernisation Solutions, Big Impact - Digitisation Solutions for Mortars - Read more

Since the beginning of armed conflicts, combat operations were defined by the factors of forces, space and time. The challenge of future battles in the context of national and alliance defence is similarly challenging for many modern armed forces and is presented as follows:

In principle, a fight against a near-peer opponent must be assumed. Furthermore, based on the experience of the current Ukrainian conflict, it must be assumed that wars or conflicts can arise without long warning periods.

Therefore, the reality for military leaders will be as follows:

  • Hold or take overstretched areas with a limited amount of personnel.
  • Conduct operations on a “transparent battlefield”. Preserving information, reliable transmitting and processing of all incoming data is crucially important.
  • Provide electronic warfare counter measures with redundant command channels, which use modern command and control systems with access to Battle Management Systems (BMS) and recourse in analogue form should there be digital space disruptions.

In view of potential COVID 19-related cost-cutting measures across many armed forces, modernisation projects and operational readiness will only succeed if the efficiency of the systems can play a decisive role in the new procured weapons systems effectiveness.

Requirements for future mortar systems

The infantry’s fire support capabilities are crucial, as they are quickly deployable, cover large areas with available effect and comparatively small forces and logistic footprint. Future mortar systems must meet several criteria simultaneously to make a decisive contribution to combat operations. In terms of survivability, speed of engagement and command and control, their performance must significantly improve in comparison to systems currently in use with many armed forces, including the Bundeswehr, by integrating weapon systems and the BMS in the digital space.

It is also of interest to simplify the training of system operators and increase the effect of weapon systems accuracy, range and lethality.

Since the described requirements already exist (due to the ongoing operations) there is little time for developing new systems. The risks inherent in these systems are sometimes difficult to control, from the initial development phase until it is operationally ready.

Mission-ready systems for the performance upgrades of mortars

Hirtenberger Defence Systems (HDS) already offers market-available, cost-efficient and superior systems for enhancing the combat effectiveness of mortar systems of all common NATO calibres currently in use.

GRid Aiming Mode – GRAM

By 2017, Hirtenberger’s GRAM electronic aiming device already on the market, now has several additional functions. The globally unique device is add-on-capable and can enhance the combat effectiveness of all common 60 mm mortars, including all commando mortar models. Weighing only 900 g, the GRAM combines several sensors for determining the orientation of the mortar barrel, and wireless communications with the fire control device. The integrated position sensors enable more precise determination of the lateral and vertical barrel elevation than by using conventional levels. It attaches to the barrel by means of a clamp.

The GRAM enables fully digital aiming and firing of 60 mm mortars. Now, this enables fire missions to be carried out much quicker, since observer can transmit them to the mortar via uninterrupted radio data transfers. Transmission errors occurring during voice communications are eliminated. The deployment of the commando mortar in combination with the GRAM is no longer limited to direct firing. With the electronic aiming device, a commando mortar also fires indirectly behind cover and as precisely as a 60 mm bi-pod mortar.

Digitisation of mortar systems is achieved through integration into existing command and control systems via standardised interfaces. This allows the mortar to integrate with the BMS and in simulation environments – including processing and handling trainers based on the Virtual Battle Space Software. This means realistic crew training no longer depends exclusively on mortar live firing.

Armed forces are increasingly equipping soldiers with Android platform tactical smart devices. Hirtenberger developed a GRAM app that allows Android devices to become a complete fire control computer. This means the entire system is even more cost-efficient, because the need to purchase additional IT hardware is unnecessary. Communication with GRAM is via a Bluetooth connection. The target data is directly transferrable from the target locating device to the app via Bluetooth when in close range. Without such connection, the data can also be typed in manually.

Mortar Digital Aiming Solution – MDAS

The MDAS is a digital aiming system for 81 and 120 mm mortars. With this system, the deployment and aiming of bi-pod mortars can be performed independently of traditional aiming means by using aiming circles and connections to Global Navigation Satellite Systems.

MDAS weighs less than seven kg, consisting of two hardware components: a navigation system-independent gyroscope-based sensor package, including a battery unit and a display attached to the mortar – instead of a periscope – showing weapon system orientation.

MDAS is ready for use and undergoing field-tests in central Europe. The MDAS concept offers several advantages:

  • It functions independently of the weapon system, retrofits into existing mortar systems and integrates into the BMS in use with an armed force. This facilitates both command and control and the deployment of these systems.
  • Digitisation enables faster target data transmission than by voice communication. Depending on the stability of the data connection, transmission errors / misunderstandings are also eliminated, enabling a faster effect on the target.

MDAS eases crew burdens. This applies to both the quality and quantity of the tasks. The weapon systems are deployable more energy-efficiently. Soldiers setting the aiming posts must not expose themselves in advance. Furthermore aiming via digital display is easier to learn and perform in stressful situations than with aiming posts, collimator and periscope. Hence, training is easier and faster. MDAS is also reducing the required crew size for mortar deployment. Freed-up personnel can perform additional tasks and those necessary for weapon system transportation.

Using MDAS independently of the navigation system allows it to be used in an electronic warfare-dominated scenario.

MDAS allows continuation of the mortar’s use in tried and tested manners with periscope and aiming posts when appropriate.

Available, ready for deployment and cost-efficient

As a long-standing partner of the German Armed Forces, Hirtenberger Defence Systems proved several times that it is able to realise projects in a pragmatic, satisfactory way for customers – even at short notice.

Hirtenberger set the goal of accelerating the sensor-to-shooter cycle by digitising the dismounted mortar systems and preparing them for use on the future battlefield. “Digitisation” in this context refers to the integration of the mortar into a BMS and the projection of the mortar into the digital space, which is currently only possible for vehicle-based systems.

 

Seit jeher wird die Gefechtsführung durch die Faktoren Kräfte, Raum und Zeit bestimmt. Die Herausforderung zukünftiger Gefechte im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung sind für viele moderne Streitkräfte ähnlich herausfordernd und stellen sich wie folgt dar:

Es ist grundsätzlich von einem Kampf gegen einen mindestens gleichwertigen Gegner auszugehen, weiterhin muss nach den Erfahrungen aus dem Ukrainekonflikt davon ausgegangen werden, dass Kriege bzw. Konflikte ohne lange Vorwarnzeiten entstehen können.

Die Realität für den Truppenführer wird sich somit wie folgt darstellen:

  • Überdehnte Räume müssen mit einem begrenzt zur Verfügung stehenden Kräftedispositiv gehalten bzw. genommen werden.
  • Die Operationsführung findet auf einem „gläsernen Gefechtsfeld“ statt. Erhalt der Information, verlässliche Weitergabe und die Aufbereitung aller eingehenden Daten ist somit von entscheidender Bedeutung.
  • Maßnahmen des elektronischen Kampfes erfordern eine redundante Gefechtsführung, die sowohl mittels moderner Führungssysteme, unter Rückgriff auf Battle Management Systeme (BMS), aber im Falle von Störungen im Cyber- und Informationsraum auch analog erfolgen kann.

In Anbetracht der Corona-bedingt drohenden Sparmaßnahmen vieler Streitkräfte werden Modernisierungsvorhaben, aber auch das Halten der Einsatzbereitschaft bestehender Systeme, nur dann gelingen, wenn neben der Effektivität der neu zu beschaffenden Waffensysteme auch die Effizienz der Systeme eine entscheidende Rolle einnimmt.

Anforderung an zukünftige Mörsersysteme

Der Steilfeuerunterstützung der Infanterie kommt in solchen Szenaren eine wichtige Rolle zu, da diese mit vergleichsweise geringem Kräfteansatz sowie kleinem logistischen Abdruck schnell verlegefähig ist und große Räume mit schnell verfügbarem Feuer abdecken kann. Um jedoch diesen entscheidenden Beitrag zur Gefechtsführung leisten zu können, müssen zukünftige Mörsersysteme mehrere Kriterien gleichzeitig erfüllen. Die Leistungsfähigkeit besonders in Punkto Überlebensfähigkeit, Geschwindigkeit der Aufnahme des Feuerkampfes sowie Führbarkeit mittels Abbildung der Waffensysteme im digitalen Raum der BMS muss gegenüber derzeitig in vielen Streitkräften – darunter auch bei den aus Zeiten des Kalten Krieges genutzten Systemen der Bundeswehr – signifikant verbessert werden.

Daneben ist es sicherlich auch von Interesse, die Wirkung – bezogen auf Treffgenauigkeit, Reichweite und Durchschlagsfähigkeit – der Waffensysteme zu steigern und die Ausbildung der Systembediener zu vereinfachen.

Da die beschriebenen Anforderungen, bedingt durch die laufenden Einsätze, bereits heute existent sind, bleibt nicht viel Zeit für Entwicklungen neuer Systeme mit den für solche Systeme immanenten und teilweise nur schwer beherrschbaren Risiken über die ganze Phase der Entwicklung bis zur Einsatzreife.

 

Einsatzreife Systeme zur Kampfwertsteigerung von Mörsern

Hirtenberger Defence Systems (HDS) bietet bereits heute marktverfügbare, kosteneffiziente und auf dem Markt überlegene Systeme zur Kampfwertsteigerung von in der Nutzung befindlichen Mörsersysteme aller gängigen NATO-Kaliber.

GRid Aiming Mode – GRAM

Bereits 2017 brachte Hirtenberger das elektronische Richtmittel GRAM auf den Markt, der nun um mehrere Funktionen erweitert wurde. Das weltweit einzigartige Gerät ist Add-On-fähig und kann so zur Kampfwertsteigerung aller gängigen 60-mm-Mörser, auch der Variante Kommandomörser, genutzt werden. Bei nur 900 g Gewicht kombiniert das GRAM mehrere Lagesensoren für die Lagebestimmung des Rohres im Raum und eine kabellose Schnittstelle für die Kommunikation mit der Recheneinheit für die Feuerleitung. Am Rohr – mittels einer Schelle – befestigt ermöglichen die integrierten Lagesensoren eine deutlich genauere Bestimmung der Seiten- und Höhenneigung des Rohres, als dies mittels klassischer Libellen erreicht werden kann.

Durch das GRAM lassen sich 60-mm-Mörser voll-digital Richten und Schießen. Dies ermöglicht eine deutlich schnellere Ausführung von Feuerkommandos, da diese nun vom Beobachter bruchfrei mittels Datenfunk an den Mörser übertragen werden können. Zusätzlich werden beim Sprachfunk anfallende Übermittlungsfehler ausgeschlossen. Damit ist das Potential des GRAM jedoch noch nicht erschöpft. Da der Einsatz der Waffe nun nicht mehr von der Flucht des zielenden Auges, des Mörsers und dem Ziel abhängt, sind auch weitere Einsatzverfahren für das System denkbar. Der Einsatz des Kommandomörsers ist in Verbindung mit dem GRAM nicht mehr auf das direkte Richten limitiert. Mit dem elektronische Richtmittel schießt ein Kommandomörser auch indirekt hinter Deckungen und so präzise wie ein 60-mm-Zweibeinmörser.

Durch die Möglichkeit der Anbindung an existierende Feuerleit- sowie Führungs- und Waffeneinsatzsysteme über standardisierte Schnittstellen wird die Digitalisierung von Mörsersystemen erreicht. Damit lässt sich der Mörser nicht nur in BMS sondern auch in Simulationsumgebungen bzw. Verfahrens- und Handhabungstrainer auf Basis von VBS (Virtual Battle Space) integrieren. Somit ist man in der Schießausbildung nicht mehr ausschließlich auf den scharfen Schuss angewiesen.

Da immer mehr Streitkräfte Soldaten mit taktischen Smartphones auf Android Basis ausstatten, hat Hirtenberger eine GRAM-App entwickelt, welche das Android Device zu einem vollständigen Feuerleitrechner erweitert und das Gesamtsystem nochmals kosteneffizienter gestaltet, da auf den Erwerb zusätzlicher IT-Hardware verzichtet werden kann. Die Kommunikation mit dem GRAM erfolgt mittels Bluetooth-Anbindung, die Zieldaten können im Nahbereich ebenfalls per Bluetooth direkt vom Zielortungsgerät in die App übertragen werden. Ohne bestehende Anbindung können diese auch händisch eingegeben werden.

Mortar Digital Aiming Solution – MDAS

Das MDAS ist ein digitales Richtmittel für 81- und 120-mm-Mörser. Das Einrichten und Richten (Zielen) von Zweibeinmörsern kann mittels dieses Systems unabhängig von Richtkreisen bzw. Periskopen und auch ohne Verbindungen zum Global Navigation Satellite Systeme durchgeführt werden.

Die Mortar Digital Aiming Solution wiegt weniger als sieben Kilogramm und besteht aus zwei Hardwarekomponenten. Diese bestehen aus einem navigationssystemunabhängigen, gyroskopbasierten Sensorpaket samt Batterieeinheit sowie einem Display, welches an Stelle eines Periskops am Mörser befestigt wird und die Ausrichtung der Waffenanlage anzeigt.

MDAS ist serienreif und wird derzeit in einem mitteleuropäischen Land einsatzerprobt. Das Konzept hinter MDAS bietet mehrere Vorteile:

  • Es funktioniert waffensystemunabhängig und kann somit als Retrofit im Einsatz befindliche Mörsersysteme kampfwertsteigern und in die genutzten Battle-Management-Systeme der Streitkräfte integrieren. Dies erleichtert sowohl die Führung als auch den Einsatz der Systeme.
  • Weiterhin ermöglicht die Digitalisierung eine deutlich schnellere Übermittlung der Zieldaten als mittels Sprechfunk. Je nach Stabilität der Datenverbindung werden auch Übertragungsfehler (falsches Verstehen) eliminiert. Dies ermöglicht eine schnellere Wirkung im Ziel.

MDAS entlastet den Trupp. Dies gilt sowohl für Qualität als auch Quantität der Aufgaben. Das Einrichten der Waffenanlagen kann kräfteschonender erfolgen und der Richtstäbe setzende Munitionsschütze muss sich nicht im Vorfeld exponieren. Das Richten mittels digitalem Display ist einfacher zu erlernen und auch in Stresssituationen (Gefecht) einfacher durchzuführen als dies mittels Richtstäben/Kollimator und Periskop der Fall ist. Dies führt dazu, dass die Ausbildung einfacher und schneller erfolgen und die für das Feuern benötigte Truppstärke geringer ausfallen kann. Das freigewordene Personal, welches für den gefechtsmäßigen Transport der Waffenanlage weiterhin notwendig bleibt, kann so für zusätzliche Sicherungsaufgaben genutzt werden.

Die Möglichkeit der navigationssystemunabhängigen Nutzung der MDAS erlaubt den Einsatz auch in einem durch elektronischen Kampf bestimmten Szenario.

MDAS erlaubt es, den Mörser, wo notwendig und zweckmäßig, weiterhin in altbewährter Manier mit Periskop und Richtstäben einzusetzen.

Verfügbar, einsatzreif und kosteneffizient

Als langjähriger Partner der Bundeswehr hat Hirtenberger Defence Systems bereits mehrmals unter Beweis gestellt, dass man in der Lage ist auf pragmatische Art und Weise Projekte auch kurzfristig und zur Zufriedenheit des Kunden zu realisieren.

Hirtenberger hat es sich daher zum Ziel gesetzt, den auf den Mörser bezogenen Sensor-to-Shooter-Cycle mittels Digitalisierung der abgesessenen Mörsersysteme zu verkürzen und so für den Einsatz auf dem zukünftigen Gefechtsfeld vorzubereiten. „Digitalisierung“ bedeutet in diesem Fall die Einbindung des Waffensystems in ein Battle Management System und die Abbildung des Mörsers im digitalen Raum, was zum jetzigen Zeitpunkt nur für fahrzeuggestützte Systeme möglich ist.

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Quelle: https://esut.de

Auszug aus der wehrwirtschaft 14/2020 – 6. Juli 2020

06. Juli 2020

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Kommandomörser für die französischen Streitkräfte

06. Juli 2020

Die französische Beschaffungsbehörde DGA hat den Auftrag für die Systemqualifikation und Lieferung von Kommandomörsern sowie einer breiten Munitionspalette im Kaliber 60 mm erteilt. Der über 45 Monate laufende Vertrag sieht die Lieferung von insgesamt 120 M6 C-640 Mk1 Kommandomörsers und 18.000 Patronen 60-mm-Munition vor. Der Hersteller Hirtenberger erklärte gegenüber der ES&T, dass zwei Drittel dieser Vertragslaufzeit für eine Anpassungsentwicklung des Mörsers sowie die Qualifikation des Gesamtsystems (Mörser und Munition) genutzt werden sollen. Das verbleibende Drittel der Zeit soll für die Herstellung und Auslieferung der Systeme und der Munition genutzt werden.

In Rahmen der Anpassungsentwicklung soll für den M6 C-640 Mk1 Kommandomörser ein leichtes „Behelfs-Zweibein“ entwickelt werden, um den handgehaltenen Kommandomörser bei Bedarf in einen „klassischen“ Zweibeinmörser konvertieren zu können.

Als Munition wurde die 60 mm Cdo Munitionsfamilie von Hirtenberger ausgewählt. Die Cdo (Commando) Munition ist mit einem Patronengewicht von 1,25 kg rund 30 Prozent leichter als herkömmliche 60-mm-Mörsermunition. Die Reichweite der Munition beträgt bis zu 2.360 m (Spreng, Nebel und Üb) bzw. 2.060 m (Leucht). Der Auftrag beinhaltet die Lieferung der folgenden Munitionspalette:

  • 6.500 Patronen 60 MM Cdo HE (Spreng)
  • 2.000 Patronen 60 MM Cdo ILL-VIS (Leucht, sichtbar)
  • 2.300 Patronen 60 MM Cdo ILL-IR (Leucht, infrarot)
  • 2.500 60 MM Cdo SMK-RP (Nebel, roter Phosphor)
  • 4.700 60 MM Cdo PRACTICE (Übungspatrone)

Die Sprengpatrone ist in der Lage über 3000 Splitterfragmente zu erzeugen, wovon über 800 ein Masse von mrhr als 0.18 g besitzen. Die Leuchtdauer der Leuchtpatronen beträgt 30 Sec. (infrarot) bzw. 40 Sec. (sichtbar). Die Leuchtleistung beträgt mehr als 250.000 Candela (sichtbar).

„Dieser Auftrag ist ein weiterer Schritt für uns, als Systemanbieter auf dem Markt aufzutreten und den erfolgreichen Weg in Europa weiterzugehen“, so Martin Perka, der für Frankreich zuständige Vertriebsmanager bei Hirtenberger, gegenüber der ES&T.

Die Systeme des Unternehmens haben jüngst erst die Nutzungsfreigabe in den niederländischen Streitkräften erhalten, ES&T berichtete. Auch in Deutschland sind die Systeme immer noch im Rennen. Die Bundeswehr plant die Beschaffung von insgesamt 159 Mörsersystemen und rund 25.000 Patronen als Erstausstattung im Kaliber 60 mm. Das soll in drei separaten Schritten geschehen: Waffenanlagen, Sprengmunition und Leucht-/Nebelmunition. Die Ausschreibungen ziehen sich bereits seit Mitte des Jahrzehnts hin. Neben Hirtenberger werden auch Rheinmetall und Expal als potentielle Kandidaten für die 60 mm Mörser bzw. 60 mm Mörsermunition der Bundeswehr angesehen.

M6 C-640 Mk1 Kommandomörser

Hersteller: Hirtenberger

Kaliber: 60 mm

Länge:
· 87 cm (gesamt)
· 64 cm (ballistisch)

Gewicht Munition (Kommando): 1,25 kg
Kampfentfernung: > 2.000 Meter effektiv mit Cdo Munition
Schussfolge: 30 Schuss / Minute

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Press Release: 13 November 2019, SRAMS MkII Live Fire in Záhorie.

 

13 November 2019, Záhorie – The Land Systems arm of Singapore-based ST Engineering and Hirtenberger Defence Systems (HDS) invited to a live fire to Slovakia were the new SRAMS MkII was presented. The SRAMS MkII is built upon the combat proven Super Rapid Advanced Mortar System (SRAMS) which delivers an effective 120mm mortar solution when integrated with any wheeled or tracked vehicle. It is capable of supplying fast and accurate fire support to achieve your army’s operational objectives. ST Engineering’s 120mm SRAMS is the first mortar in the world with a recoil force of less than 30 tonnes when firing maximum charge to achieve a range of 10 km. Weighing only 1,200 kg, it can be integrated onto and fired from onboard a wide range of light tracked or wheeled vehicles, bringing great firepower to the lowest echelon.

Furthermore, the Fire Control for mortar and artillery was also demonstrated. The HDT Integrated Mortar Fire System provides the latest computing technology for the rapid and accurate engagement of targets by mortar organizations. The system provides all nodes with the computer necessary to undertake their role. Based on common hardware platforms and variable software modules the HDT Integrated Mortar Fire System is suitable for mortars of all calibres, both smoothbore and rifled and makes mortars more effective than ever before.

Press Release: 04 November 2019, Hirtenberg – Budapest.

 

The Office of the Hungarian Government Commissioner Responsible for Defence, Defence Industries and the Coordination of Defence Modernisation announces that HDT Védelmi Ipari Kft. Company has acquired 100% of the Austrian Hirtenberger Defence Group owned by the Hirtenberger Holding GmbH, Hirtenberg, Austria.

The acquisition of Hirtenberger Defence is a vital cornerstone of the Hungarian Government strategy to grow and develop the Hungarian Defence Industry Sector.

HDT Védelmi Ipari Kft. Company will maintain and grow the current Hirtenberger Defence Group as it is and takes full responsibility for all commercial operations and commitments to employees, customers, partners and suppliers. Hirtenberger Defence will continue to operate from all its locations and carry the internationally well known brand.

„Hirtenberger Defence is globally known for its technology and performance of products. We are convinced this is driven by the outstanding people at Hirtenberger. For us, it is key to maintain and further grow Hirtenberger business, technology and its outstanding customer relations. We will maintain our operations in Hirtenberg.“ says Gáspár Maróth, Government Commissioner Responsible for Defence, Defence Industries and the Coordination of Defence Modernisation. “Our location in Middle Wallop will also play a major part of future growth of the Hirtenberger Defence Group” he added.

The Hirtenberger Management is strongly committed and will stay on board to further drive the success of the company.

From October 29th on Hirtenberger Defence Group is operating under the new ownership.

„I am very happy to have HDT Védelmi Ipari Kft as an investor, it will allow us to further grow our business, drive our key research and development programs and gain opportunities in the growing Defence Industry globally. I think we‘ll have a lot of opportunities for our customers and partners for the future“ says Carsten Barth, CEO Hirtenberger Defence.

Hirtenberger Defence Systems

Established in 1860, Hirtenberger Defence Systems (HDS) has a long and distinguished history of supplying the world’s leading defence forces with state-of-the-art ammunition and explosives. Leveraging cutting-edge technology and years of experience in the field, HDS has been manufacturing 60, 81 and 120mm calibre smooth-bore mortar systems for more than 50 years. HDS’s mortar bombs are of the highest combat effectiveness and provide maximum safety in hostile environments all over the world – without diminished levels of performance or durability. The product range includes all types of mortar ammunition, weapon systems, auxiliary field equipment, and aiming and sighting systems – tried, tested and in service by modern militaries the world over.

HDT

HDT Védelmi Ipari Kft is a 100% owned by the Hungarian Government.

Media contacts:
Media Center
Hirtenberger Defence Systems
Email: media.hde@hirtenberger.com
Mobile: +43 664 88 42 41 49

Download Press Release: 04 November 2019, Hirtenberg–Budapest

Bundeswehr – Hirtenberger erhält Auftrag zur Modernisierung der 120-mm-Mörser-Munition

10. Oktober 2019

Der derzeitige Übungsbetrieb mit dem 120-mm-Mörser ist durch die Unzuverlässigkeit der alten und überlagerten Munition und den dadurch resultierenden Sperrungen einzelner Ladungen und Munitionssorten erheblich gestört. Hierzu berichtete ES&T ausführlich im Juli 2018. Nach mehrjähriger Verzögerung in dem Vorhaben hat Hirtenberger Defence Europe nun den Zuschlag für die Aufarbeitung der Altbestände der 120-mm-Munition erhalten.

Der über fünf Jahre laufende Vertrag sieht vor, dass das Unternehmen bis 2026 bis zu 70.000 Mörserpatronen aufbereitet. Ausgetauscht werden die Treibpatrone, Grundladung und die Treibladungen der aktuell überlagerten Munition. Nach Angaben von Hirtenberger wird die Munition im einsatzbereiten Zustand ausgeliefert. Die derzeitigen Einschränkungen der Munition wären somit obsolet.

© Copyright Mittler Report Verlag / Waldemar Geiger

Hirtenberger mikt op markt mortieren

September 2019

Report: https://magazines.defensie.nl/materieelgezien/2019/09/05_in-bedrijf

Source:
Ministry of Defence
Netherlands
Materieelgezien 09/2019

Hirtenberger Kommandomörser für die Nutzung in der niederländischen Heeres- bzw. Marineinfanterie und Spezialkräften freigegeben

21. August 2019

Wie einem Beitrag der im Juni 2019 erschienen Informationszeitschrift Materieelgezien des niederländischen Beschaffungsamtes “Defensie Materieel Organisatie‘‘ (DMO) zu entnehmen ist, wurden die beschafften M6 C-640 Mk1 Kommandomörser mit der dazu passenden Munition qualifiziert und für die Nutzung in der Truppe freigegeben. Die Nutzung des Kommandomörsers des österreichischen Herstellers Hirtenberger Defence Europe soll in den Infanterieverbänden des niederländischen Heeres, dem Korps Mariniers (Marininfanterie) und dem Korps Kommandotroepen (Spezialkräfte) erfolgen.

Das Funktionsprinzip eines Kommandomörsers ist denkbar einfach. Nach Einstellung der Entfernung zum Ziel und des verwendeten Munitionstyps am Richtmittel des Mörsers, muss die Patrone ins Rohr eingeführt werden. Nach Ausrichtung des Mörsers mittels einer Libelle (Höhen- und Seitenneigung) erfolgt der Abschuss durch Betätigung des Abzugsmechanismus. Auf der DSEi 2017 stellte Hirtenberger mit dem GRAM ein elektronisches Richtmittel vor, mit dessen Hilfe sowohl Treffgenauigkeit als auch effektive Kampfentfernung eines Kommandomörsers gesteigert werden können. Darüber hinaus ermöglicht GRAM den Einsatz des Kommandomörsers im indirekten Richten.

Beschaffung und Qualifizierung

Bereits 2015 sind 155 Kommandomörser unter Vertrag gegangen, die Qualifizierung der Munition wurde durch Hirtenberger 2018 abgeschlossen und Anfang 2019 durch DMO mit Unterstützung der niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) freigegeben.

Das niederländische Beschaffungsprogramm, ähnlich der noch andauernden Beschaffung eines 60-mm-Mörsers für die Bundeswehr, hat sich äußerst langwierig gestaltet. Nachdem die nun ausgerüsteten Verbände bereits 2011 ihre Notwendigkeit für einen neuen tragbaren Mörser bekundet haben – die in Nutzung befindlichen Systeme stammen aus den 1960ern – führten mehrere Verzögerungen dazu, dass die neuen Systeme erst vor kurzem der Truppe zur Verfügung gestellt werden konnten.

Die ursprüngliche Projektdauer, so ist dem Bericht zu entnehmen, wurde auf drei Jahre geschätzt: Ein Jahr für die Ausschreibung (einschließlich Vertragsunterschrift), neun Monate Munitionsproduktion und danach anschließend ein bis eineinhalb Jahre Qualifizierung der Munition in Verbindung mit der Waffe. Letztere wurde erst 2019 durch die Niederlande freigegeben, d.h. ab dann ist das System Waffe/Munition als qualifiziert anzusehen und darf in Verwendung gehen. Die Gründe für die Verzögerung sind wohl in der besonderen Akribie der 60-mm-Qualifizierung zu finden.

Der Rahmenvertrag über die Lieferung der 60-mm-Mörsermunition wurde zwischen der DMO und Hirtenberger am 14. April 2019 unterzeichnet. (Foto: DMO)

Martin Perka, der für die Niederlande zuständige Vertriebsmanager bei Hirtenberger, verweist darauf, „dass auf eine erfolgreiche Systemqualifizierung, nach dem Tod zweier niederländischer Soldaten, wesentlich geachtet wurde. Daher kam es dann auch erst Anfang 2019 zu der Freigabe des Systems, da mehrere Prüfungsinstanzen und Freigabeschritte seitens DMO notwendig wurden.“ In der nun durchgeführten Qualifizierung wurden die Munitionssorten „auf Herz und Nieren geprüft“ und IM-qualifiziert (Insensitive Munition). Die TNO unterstützte die Herstellerfirma und die DMO bei der Qualifizierung der einzelnen Munitionssorten. Die in dem Prozess gesammelten Erfahrungen sollen bei künftigen Munitionsbeschaffungen der niederländischen Streitkräfte genutzt werden. Die DMO gibt an, den Qualifizierungsprozess von Explosivstoffen bei der Planung neuer Beschaffungsvorhaben in Zukunft deutlich stärker berücksichtigen zu wollen. Der Direktor des DMO, Vizeadmiral Arie Jan de Waard, lobt das Engagement und die Hartnäckigkeit des Projektteams für die Beschaffung dieser Waffe. “Es ist gut, dass die Waffe jetzt verfügbar ist und dass der Benutzer mit der Qualität des Systems zufrieden ist.“

Munitionsunfall in Mali 2016

Im Herbst 2017 hatte der niederländische Untersuchungsrat für Sicherheit (OVV) einen Untersuchungsbericht zum Umfall im Juli 2016 veröffentlicht, in dem zwei Soldaten gestorben sind und ein weiterer Soldat schwer verletzt wurde. Sie waren bei einer Übung in Kidal im Nordwesten Malis durch die plötzliche Explosion einer 60-mm-Mörserpatrone getötet worden. Die in dem Bericht aufgedeckten Mängel führten zum Rücktritt der damaligen niederländischen Verteidigungsministerin Jeanine Hennis und dem Befehlshaber der niederländischen Streitkräfte General Tom Middendorp.

Der OVV-Bericht machte „schwere Mängel“ im Zusammenhang mit der Beschaffung der Mörsermunition für den Tod der Soldaten verantwortlich. Die Munition wurde 2006 mit Hilfe des US-Verteidigungsministeriums unter Zeitdruck beschafft. Dabei hatte es das niederländische Verteidigungsministerium versäumt, umfassende eigene Kontrollen vorzunehmen und sich stattdessen auf die Angaben der US-Streitkräfte verlassen. Schlussendlich habe Feuchtigkeit in die Mörserpatronen eindringen können, so dass diese in Verbindung mit der in Mali herrschenden Hitze instabil und empfindlich gegenüber Erschütterungen geworden sind.

Akzeptanz des Kommandomörsers in den Streitkräften

Die Erstausbildung am Hirtenberger M6 C-640 Mk1 Kommandomörser wurde durch die Firma übernommen. Sechs Ausbilder der niederländischen Streitkräfte wurden an dem System geschult und haben darauf basierende und mit niederländischen Einsatzgrundsätzen sowie Sicherheitsbestimmungen korrespondierende Ausbildungskonzepte entwickelt.

(Foto: MOD Niederlande)

Die Nutzer zeigen sich überzeugt von der einfachen Handhabung und der Leistungsfähigkeit des Kommandomörsers. Sergant Major Martin Mulder (Korps Mariniers) – Ausbildungsleiter für die 60-mm-Mörserausbildung in der niederländischen Schule für indirektes Feuer – wird folgendermaßen zitiert: “Ich bin beeindruckt. Du kannst sehr genau bis zu 1500 Meter feuern und die Wirkung übertrifft die Erwartungen. Wirklich ein beeindruckendes Waffensystem. Vor allem, wenn es darauf ankommt, sehr effektiv. Eine kleine Gruppe kann diese 60-mm-Mörser dazu verwenden, um den Feind niederzuhalten und von der Verwendung schwerer Waffen abzuhalten. Alles in allem können wir mit diesen Mörsern sehr zufrieden sein.”

Niederländische Marineinfanteristen schießen mit dem neuen 60 mm Kommandomörser. (Video: MOD Niederlande)

Beschaffungsvolumen

Insgesamt wurden 155 Kommandomörser beschafft und ein Rahmenvertrag für die Munitionslieferung mit einer Laufzeit von fünf Jahren geschlossen. Bei Bedarf kann der Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert werden. Die eingeführten und qualifizierten insensitiven Munitionssorten in der Standardausfertigung sind:

  • Sprengpatrone mit Aufschlagszünder (mit und ohne Verzögerung),
  • Sprengpatrone mit Annährungszünder,
  • Nebelpatrone (roter Phosphor),
  • Leuchtpatrone und
  • Leuchtpatrone (IR).

M6 C-640 Mk1 Kommandomörser

Hersteller: Hirtenberger

Kaliber: 60 mm

Länge:
· 87 cm (gesamt)
· 64 cm (ballistisch)

Gewicht:
· 6,4 kg (kleine Bodenplatte)
· 8,1 kg (große Bodenplatte)

Gewicht Munition: 1,8 kg

Kampfentfernung: bis zu 1.500 m (effektiv)

Schussfolge: 15 Schuss / Minute

Truppstärke: Zwei Soldaten

Nutzer:
· Infanterieverbände des niederländischen Heeres
· Korps Mariniers
· Korps Commandotroepen

© Copyright Mittler Report Verlag / Waldemar Geiger

Infanteriebewaffnung – Österreichische Rüstungsinteressen in Deutschland

23. Jänner 2019

Im SIPRI Rüstungsexport-Ranking weit hinten abgeschlagen, verfügt Österreich dennoch über eine leistungsfähige und innovative Rüstungsindustrie, welche, Presseberichten zufolge, bezogen auf die Einwohnerzahl mit den Umsätzen der deutschen Rüstungsindustrie mithalten und je nachdem, welche Aspekte eingerechnet werden, diese sogar überflügeln kann. Darunter sind auch einige Weltmarkt-/ bzw. Technologieführer.

Mit dem Ende des Kalten Krieges befanden sich viele österreichische Rüstungsunternehmen in einer ähnlichen Lage wie die restliche Rüstungsindustrie in Europa. Die heimischen Kunden – nationale Streitkräfte und Sicherheitsorgane – reduzierten ihren Bedarf. Um weiterhin erfolgreich sein zu können, mussten Exportmärkte als neue Absatzfelder erschlossen werden. Auch wenn das österreichische Bundesheer in der Bevölkerung der Alpenrepublik hoch angesehen ist, wird seitens der Politik wenig bis keine Unterstützung für die heimische Rüstungsindustrie gewährt. Ähnliche Hilfen bei der Erschließung von neuen Märkten, wie sie beispielsweise die französische oder britische Rüstungsindustrie erhalten, wird man in Österreich nicht finden.

Dem gegenüber ist besonders im infanteristischen Spektrum der österreichische Fußabdruck auf dem Weltmarkt beachtlich groß. Die Produkte und Leistungen der österreichischen Industrie werden auch in der Bundeswehr seit geraumer Zeit genutzt und geschätzt. So sind beispielsweise Glock 17 Pistolen als P9A1 seit 2014 bei den Spezialkräften der Marine im Einsatz. Neben der jahrzehntelangen Erfahrung im Bau von Einsatzpistolen und der weiten Verbreitung der Glock Pistolen im Kaliber 9 x 19 mm bei Spezialkräften weltweit, hat die Unterwasser-Kampffähigkeit sowie die Salzwasserbeständigkeit der Pistolen den Ausschlag zur Beschaffung der P9A1 gegeben.

Weiterhin hat die Bundeswehr zur Sicherstellung der Mörserkomponente bei der Quick Reaction Force in Afghanistan (ISAF) 2008 kurzfristig entschieden, 120-mm-Mörsermunition von Hirtenberger in Kooperation mit Diehl Defence als Überbrückungslösung zu beschaffen, da die eigene Munition überlagert und somit nicht mehr voll einsatzfähig war.

Hirtenberger

Hirtenberger Defence verfolgt die Strategie, das komplette Segment der Mörserei abzudecken. Neben Waffenanlagen in der kompletten Kaliberbandbreite ist man in der Lage, auch passende Feuerleitlösungen und alle passenden Munitionssorten zu liefern.

Technologisch tritt man sowohl als sogenannter „First“ als auch als „Follower“ auf. So wurde beispielsweise die vorfragmentierte Mörsermunition nicht in Österreich erfunden, doch hat man es in Hirtenberg mittels der ConFrag-Technologie (kontrollierte Fragmentierung) geschafft, eine deutliche wirkungsgesteigerte Munition zu entwickeln, welche gleichzeitig nur mit geringen Preisaufschlägen versehen ist und somit dem Credo Rechnung trägt, dass Mörser in erster Linie ein günstiges Waffensystem darstellen sollen.

„First“ ist man dagegen auf dem Gebiet der Digitalisierung der Mörserwaffe. Mit dem GRAM (Grid Aiming Mode) hat man nicht nur eine Technologie geschaffen, welche einen Commando Mörser in die Lage versetzt, schneller präzisere und wenn nötig auch indirekte Feuerunterstützung liefern zu können. In einem nächsten Schritt kann die gleiche Technologie auch auf großkalibrige Mörser skaliert und dazu genutzt werden, auf- und abgesessene Mörser in Führungsinformationssysteme zu integrieren. Das Ganze ist Herstellerunabhängig und nebenbei auch für bereits seit Jahrzehnten in Nutzung befindliche Systeme möglich.

Weiterhin verweist Carsten Barth, Geschäftsführer bei Hirtenberger Defence, besonders darauf, dass man in der Lage ist, auch Kleinserien wirtschaftlich zu produzieren. Daneben führt er aus, dass das Produkt Mörser samt der dazugehörigen Munition recht simpel ist, die Technologie dahinter ist es nicht. So sorgen beispielsweise immer strengere Umweltauflagen und sonstige Verordnungen dafür, dass für die Produktion notwendige Komponenten verboten werden. Das Unternehmen muss aber dennoch in der Lage sein, innerhalb kurzer Zeit Alternativen zu erarbeiten und diese in die Serienproduktion zu integrieren. Man ist daher stolz auf dieses Know How und diese Fähigkeit. Auch große Rüstungskonzerne gehen daher immer wieder Kooperationen mit Hirtenberger ein und lassen einzelne Munitionssorten oder Komponenten aus Hirtenberg in Ihre eigenen Produkte einfließen.

Da derzeit in der Bundeswehr sowohl Ausschreibungen für die Umlaborierung der überlagerten 120-mm-Mörsermunition als auch für einen 60-mm-Mörser samt Munition laufen, versucht auch Hirtenberger in Kooperation mit Diehl Defence wieder einen Fuß in die Mörserei der Bundeswehr zu bekommen. Da Litauen und die Niederlande als enge Partnernationen der Bundeswehr derzeitig Munition und Waffenanlagen von Hirtenberger nutzen, könnte der Rückgriff auf gleiche Systeme die Interoperabilitätsfähigkeit der Bundeswehr in diesem Bereich deutlich steigern.

Nutzen für die Bundeswehr

Die genannten Beispiele zeigen den hohen technologischen Stand der österreichischen Hersteller für die Infanteriebewaffnung. Diese konnten sich über die Jahrzehnte, trotz mangelnder Unterstützung seitens der heimischen Politik, auf dem Weltmarkt etablieren. Sollten sich die Produkte im Wettbewerb durchsetzen, könnte in Zukunft auch die Bundeswehr von dieser Kompetenz profitieren.

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Carsten Barth neuer Geschäftsführer bei Hirtenberger Defence

17. Jänner 2019

Carsten Barth wurde im Dezember 2018 in die Geschäftsführung aller Hirtenberger Defence Einheiten berufen.

Damit einhergehend ist er ins Direktorium der Hirtenberger Defence Technology aufgerückt. Barth hat zuletzt den Posten als Vizepräsident Sales & Marketing bei Hirtenberger Defence ausgeübt.

Hirtenberger Defence ist ein weltweit agierender Entwickler, Hersteller und Anbieter von Mörsersystemen und der dazugehörigen Munition im Kaliberspektrum 60, 81, und 120 mm.

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Erprobungsschießen erfolgreich abgeschlossen

01. November 2018

Hirtenberger Defence Europe (HDE) führte jüngst eine Serie von internen Testschießen am Schießplatz Felixdorf durch. Bestandteil der Testserie waren technische Abstimmungen des Super Rapid Advanced Mortar System (SRAMS) im Kaliber 120 mm von ST Engineering und die Hirtenberger 120-mm-Mörsermunition sowie die Ausbildung der HDE-Bedienmannschaft an dem automatisierten Mörsersystem. Erst im Juni wurde auf der Eurosatory in Paris zwischen HDE und ST Engineering vereinbart, den SRAMS in Europa gemeinschaftlich zu vermarkten. Mit einem Systemgewicht von unter 1,2 t und einem Rückstoß von maximal 26 t (beim Verschuss mit höchster Ladung) kann der SRAMS auch auf leichte Fahrzeuge integriert werden. Ein weiteres Testschießen unter Beteiligung eines internationalen Fachpublikums ist für September 2018 geplant.

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Hirtenberger GRAM – Kommandomörser 2.0 auf der DSEI

20. September 2017

Für Disruption bzw. disruptive Technologien gibt es keine einheitliche Definition. Bekannt aus der Tech-Szene des Sillicon Valley wird diese Begrifflichkeit häufig auf Technologien angewendet, sobald diese das Potential besitzen, etablierte Produkte in ihrem Segment zu revolutionieren. Durch Digitalisierung ursprünglich analoger Produkte werden diese beispielsweise in die Lage versetzt, ein erheblich höheres Potential zu entfalten. Nichts anderes verspricht die Integration eines elektronischen Richtmittels für den Kommandomörser.

Kommandomörser

Der Kommandomörser an sich ist sehr einfach erklärt. Ein Rohr mit Bodenstück und eine 60-mm-Mörserpatrone bilden das gesamte Waffensystem. Gezielt wird mittels Ausrichtung des Rohres in Zielrichtung per Hand. Die Neigung des Rohres und Anzahl der Treibladungsringe an der Patrone bestimmt die Entfernung, die die abgefeuerte Patrone zurücklegt. Ziele lassen sich so bis zu einer Entfernung von ca. 1.500 m effektiv und vergleichsweise schnell bekämpfen. Auf Distanzen jenseits der 500 m birgt die grobe Ausrichtung des Rohres per Hand Fehlerquellen für die Zielgenauigkeit der Waffe. Selbst geübte Mörsertrupps benötigen dann mehrere Schüsse, um die Wirkung ins Ziel zu bringen. Mit erhöhtem Stressfaktor (Erschöpfung, Feindbeschuss, erhöhtem Puls durch körperliche Anstrengung, …) wächst sowohl die benötigte Munitionsmenge als auch der Zeitbedarf für die Zielbekämpfung.

Elektronisches Richtmittel GRAM

Hier setzt Hirtenbergers auf der DSEI präsentiertes elektronisches Richtmittel an. Bei nur 900 g Gewicht kombiniert das GRAM (GRid Aiming Mode) mehrere Lagesensoren für die Lagebestimmung des Rohres im Raum und eine kabellose Schnittstelle für die Kommunikation mit der Recheneinheit. Am Rohr mittels einer Schelle befestigt, ermöglichen die integrierten Lagesensoren eine deutlich genauere Bestimmung der Seiten- und Höhenneigung des Rohres, als dies mittels klassischer Libellen erreicht werden kann.

Die präzise Ausrichtung des Rohres als der treibende Faktor für die Zielgenauigkeit des Kommandomörsers, wird somit merklich verbessert und bedingt auch einen geringeren Zeitbedarf und Munitionsansatz für die Zielbekämpfung. Schützenbedingte Fehlschüsse entfallen, die damit verbundenen Kollateralschäden werden soweit wie möglich vermieden. Die effektive Reichweite wird ebenfalls gesteigert, da die höhere Treffergenauigkeit die Bekämpfung weiter entfernter Ziele zulässt.

Disruption

Höhere Bekämpfungsgeschwindigkeit und gesteigerte Präzision alleine machen den Kommandomörser zwar besser, aber für die Einstufung der Technologie als distruptiv reicht dies nicht aus. Zum 2.0 wird der Kommandomörser dadurch, dass eine direkte Sichtverbindung des Mörserschützen zum Ziel nicht mehr notwendig ist.

Was sich nach wenig anhört, birgt in der Tat aber das größte Potential dieser Technik. Eine direkte Sichtverbindung bedeutet in erster Linie Gefahr. Für den Einsatz des Kommandomörsers musste bis jetzt Ziel, Rohr und Schütze in eine Flucht gebracht werden. Sowohl Mörser als auch der Schütze waren exponiert und konnten somit vom Feind aufgeklärt und in letzter Konsequenz auch bekämpft werden. Mit Hirtenbergers neuem System entfällt dieser Faktor. Eine Exposition einer deutlich geringeren Körpersignatur zur Ziellageermittlung mittels klassischer Hilfsmittel (Doppelfernrohr, Karte und Kompass) oder moderner Beobachtungsmittel wie einem Laserentfernungsmesser reicht nun für den Einsatz des Waffensystems aus. Schütze und Waffe können hinter einer Deckung verbleiben.

Damit ist das Potential des GRAM jedoch noch nicht erschöpft. Da der Einsatz der Waffe nun nicht mehr von der Flucht des zielenden Auges, des Mörsers und dem Ziel abhängt, sind auch weitere Einsatzverfahren für das System denkbar. Der Kommandomörser ist nicht mehr auf das direkte Richten limitiert, das GRAM befähigt den Kommandomörser zum indirekten Richten.

Während der in einen Infanteriezug eingegliederte Mörsertrupp sich beispielsweise noch auf dem Marsch befindet und infanteristisch korrekt das sich bietende Gelände als Deckung ausnutzt, hat ein zur Überwachung eingesetzter Scharfschützentrupp eine potentielle Flankenbedrohung aufgeklärt. Mittels seines Laserentfernungsmessers und des eigenen GPS ermittelt der Trupp in wenigen Sekunden die genaue Position des Zieles. Da sich das Ziel außerhalb der Reichweite des Scharfschützen befindet oder der Scharfschütze seine Stellung durch direkte Bekämpfung des Zieles nicht preisgeben will, kann der Scharfschütze die feindliche Position mittels Daten- oder Sprechfunk direkt an den Mörsertrupp übertragen. Während der Richt- und Ladeschütze die Waffe innerhalb weniger Sekunden zum Einsatz vorbereiten, verarbeitet der Truppführer die Zielmeldung mittels der Recheneinheit zu einem Feuerkommando (Richtungswinkel, Erhöhung des Rohres und Anzahl der Treibladungsringe) für seinen Trupp. Nur wenige Sekunden nach Anforderung des Mörserfeuers durch den Scharfschützen verlässt die erste Patrone das Mörserrohr.

Das System Elektronisches Richtmittel befähigt den Kommandomörser zum indirekten Richten und besteht aus einem datenfunkfähigen Beobachtungsmittel, einem Ballistikrechner und dem GRAM. (Foto: Hirtenberger Defence Systems)

Fehlschüsse sind bei sachgerechter Bedienung des Systems nur noch durch externe Faktoren (bspw. Wetter) möglich. Im besten Fall, also der Nutzung von Datenfunk und dem Vorhandensein eines idealen Einsatzwetters (Windstille in allen Höhenschichten), ist der ganze Prozesse in zwei bis drei Minuten abgeschlossen, und alle Beteiligten können sicher ihrem ursprünglichen Auftrag nachgehen.

Interoperabilität und weitere Leistungspotentiale

Der Charme des Systems liegt in seiner Add-On Fähigkeit. Der Nutzer entscheidet, ob er den Kommandomörser klassisch oder digitalisiert nutzen will, indem er das Richtmittel an den Mörser schnallt oder eben nicht. Die Grundfunktionalität des Mörsers ist davon in keiner Weise betroffen.

Da jegliche 60-mm-Munition mittels einer Integration der jeweiligen ballistischen Daten in den Ballistik-Rechner abgebildet werden kann, können bereits eingeführte Kommandomörser, auch bei Nutzern von Munition anderer Hersteller, sehr einfach kampfwertgesteigert werden.

Das volle Potential, bezogen auf Gewichtsreduzierung bei gleichbleibender Wirkung, entfaltet das System bei der Nutzung der hauseigenen Commando Munition (60 MM CDO), welche eine gleichwertige Wirkung wie die klassische 60-mm-Spreng-Patrone bei ca. 30 Prozent weniger Gewicht aufweist. Der Hersteller arbeitet daran, diese Patrone mittels der hauseigenen ConFrag Technologie (kontrollierte Fragmentierung) hinsichtlich der Wirkung noch weiter zu optimieren. Bei gleichbleibendem Gewicht wird davon ausgegangen, dass eine Wirkungssteigerung (Letalität) von mehr als 50 Prozent erreicht wird. Die Qualifizierung der Patrone soll Unternehmensangaben nach Ende 2017 abgeschlossen sein.

Eine einfache Rechnung lässt das Potenzial des Systems erahnen: Bezogen auf die aktuelle Truppbewaffnung mit einem Kommandomörser trägt der Mörsertrupp ca. 30 kg an Gewicht (Kommandomörser ca. 10 kg und 10 Patronen a ~1,79 kg). Mit der neuen Kombination wären es nur 24 kg (Kommandomörser, Richtmittel und 10 Patronen a ~ 1,25 kg), neben der Gewichtsreduzierung verspricht man sich eine um 50 Prozent höhere Wirkung (letale Wirkung gegenüber eine Standard 60mm HE-Patrone) bei deutlich gesteigerter Präzision, Ersttrefferwahrscheinlichkeit und Bekämpfungsgeschwindigkeit erreicht, ohne dabei Einbußen in der Reichweite zu haben.

Verfahrens- und Handhabungstrainer für Kommandomörser

Die nächsten Entwicklungsschritte sind bereits angestoßen. Ein Vertreter des Unternehmens zeigte auf der DSEI auf, dass das elektronische Richtmittel neben der primären Funktion der Leistungssteigerung des Kommandomörsers noch weiteres Entwicklungspotential aufweist. So ist Hirtenberger derzeit unter anderem damit beschäftigt, das System Elektronisches Richtmittel (Beobachtungsmittel in Kombination mit Datenfunk, ballistischem Rechner und elektronischem Richtmittel) ergänzend als vollwertigen Handlungs- und Verfahrenstrainer und Simulator für die Life-Simulation für den Verbund Beobachter (Zugführer Infanterie, Scharfschütze, Kommandosoldat, STF-Beobachter oder Truppführer Mörser) und Kommandomörsertrupp zu entwickeln. Die Fähigkeiten der dafür notwendigen Kommunikation zwischen den einzelnen Elementen sind bereits implementiert. Gearbeitet wird an einer Möglichkeit der Darstellung simulierter Treffer im Zielgebiet. Dies könnte sowohl über pyrotechnische Mittel oder mittels einer Virtual-Reality-/Augmented-Reality-Brille für den Schießenden (Beobachter oder Mörsertrupp) erreicht werden.

Fazit

Mit dem GRAM könnte Hirtenberger ein großer Wurf gelungen sein. Während sich die Mittbewerber auf die Optimierung von Munition (bzgl. Gewichtsreduzierung, Wirkung, Zielgenauigkeit und Lenkfähigkeit) sowie die Integration und Automatisierung von großkalibrigen Mörsern in moderne Plattformen konzentrieren, hat das österreichische Systemhaus für Mörser einen Weg gefunden die Leistungsfähigkeit des weitverbreiteten 60-mm-Mörsers schnell und unkompliziert zu steigern.

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